Die größten Trainingsmythen – und was wirklich funktioniert
- Marius Meinke
- 28. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit
In kaum einem Bereich kursieren so viele Mythen wie im Training. Jeder hat Tipps, jeder kennt „das eine Geheimnis“ für Muskeln, Fettabbau oder mehr Ausdauer. Das Problem: Viele dieser Tipps halten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand – und führen im schlimmsten Fall dazu, dass du hart trainierst, aber keine Ergebnisse siehst.
Zeit also, mit den größten Irrtümern aufzuräumen.
Mythos 1: „No Pain, No Gain“ – ohne Schmerzen kein Fortschritt
Dieser Spruch ist einer der ältesten im Fitnessbereich. Und ja, Training darf anstrengend sein. Aber Schmerz ist kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Warnsignal des Körpers.
Fakt: Fortschritt entsteht durch gezielte Reize, nicht durch Schmerzen.
Problem: Wer Schmerzen ignoriert, riskiert Verletzungen und Überlastungen.
Besser: Trainiere intensiv, aber höre auf deinen Körper. Muskelkater ist normal, Gelenkschmerzen sind ein Alarmsignal.
Mythos 2: „Cardio macht Muskeln kaputt“
Viele Kraftsportler meiden Ausdauertraining aus Angst, ihre hart erarbeiteten Muskeln zu verlieren.
Fakt: Moderates Ausdauertraining verbessert die Regeneration, die Herzgesundheit und sogar die Trainingsleistung.
Problem: Nur extremes, langes Ausdauertraining ohne ausreichende Kalorienzufuhr kann Muskelabbau fördern.
Besser: 1–2 lockere Cardio-Einheiten pro Woche sind ideal, um Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System zu stärken.
Mythos 3: „Frauen sollen keine schweren Gewichte heben“
Viele Frauen fürchten, durch Krafttraining „zu männlich“ auszusehen.
Fakt: Frauen haben aufgrund ihres Hormonprofils (deutlich weniger Testosteron) nicht die genetische Voraussetzung, massiv Muskelmasse wie Männer aufzubauen.
Problem: Leichtes Training mit winzigen Hanteln bringt kaum Fortschritt.
Besser: Krafttraining mit mittleren bis schweren Gewichten macht Frauen nicht „männlich“, sondern stark, straff und energiegeladen.
Mythos 4: „Mehr Training = mehr Ergebnisse“
Wer jeden Tag ins Gym rennt, denkt oft, schneller Muskeln oder Ausdauer aufzubauen.
Fakt: Muskeln wachsen in der Regeneration, nicht im Training.
Problem: Zu viel Training ohne Pausen führt zu Überlastung und Stagnation.
Besser: 3–5 strukturierte Einheiten pro Woche reichen völlig aus – vorausgesetzt, sie sind gut geplant und intensiv genug.
Mythos 5: „Gezieltes Bauchtraining macht den Sixpack sichtbar“
Crunches, Sit-ups und Planks sind beliebt, um das Bauchfett „wegzutrainieren“.
Fakt: Fettverbrennung ist ein systemischer Prozess – du kannst nicht bestimmen, wo dein Körper Fett abbaut.
Problem: Exzessives Bauchtraining ohne Ernährungsumstellung bringt keinen sichtbaren Sixpack.
Besser: Ein Sixpack entsteht durch eine Kombination aus Training, Ernährung und Körperfettanteil. Bauchübungen sind wichtig für Stabilität, aber nicht die alleinige Lösung.
Was wirklich funktioniert
Progressive Überlastung: Steigere Gewicht, Intensität oder Volumen schrittweise.
Regelmäßigkeit: Lieber 3 konstante Trainingseinheiten pro Woche als unregelmäßig 7.
Ganzheitlicher Ansatz: Training, Ernährung, Schlaf und Mindset gehören zusammen.
Individualisierung: Jeder Körper reagiert anders – passe deinen Plan an dich an, nicht an Trends.
Fazit
Viele Trainingsmythen halten sich hartnäckig – aber sie helfen dir nicht, sondern bremsen dich. Statt blind jedem Tipp zu folgen, vertraue auf klare Prinzipien: trainiere smart, achte auf Regeneration, iss ausgewogen und bleib konsequent. So erreichst du deine Ziele schneller und nachhaltiger.
Frag dich heute: Welchen Trainingsmythos habe ich bisher geglaubt – und was ändere ich ab jetzt?


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