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Nervensystem verstehen: Warum du nicht „müde“ bist, sondern überladen

Kennst du das?

Du kommst nach einem langen Arbeitstag nach Hause, setzt dich aufs Sofa und sagst: „Ich bin einfach müde.“ Doch wenn du dann schlafen willst, ist dein Kopf hellwach. Der Körper fühlt sich erschöpft an – aber das Nervensystem läuft auf 180.


Du bist nicht müde. Du bist überladen.


Dieses Missverständnis ist einer der größten Gründe, warum Geschäftsführer, Selbstständige und High Performer so oft an Müdigkeit, Schlafproblemen, Stressessen und Energieschwankungen leiden. Zeit, das Nervensystem zu verstehen – und zu lernen, wie du es regulierst.


Was wirklich passiert, wenn du glaubst, „müde“ zu sein

Dein Nervensystem hat zwei Hauptmodi:

1. Sympathikus („Gas“) – Aktivierung

  • Fokus

  • Energie

  • Leistung

  • Problemlösung

  • Fight-or-Flight

2. Parasympathikus („Bremse“) – Erholung

  • Verdauung

  • Schlaf

  • Immunsystem

  • Regeneration

  • Kreativität


Das Problem: Viele Menschen hängen den gesamten Tag im Gas-Modus fest – ohne jemals auf Bremse umzuschalten.


Dadurch entsteht:

  • Spannung im Kopf

  • Druckgefühl im Körper

  • Gereiztheit

  • Energielosigkeit

  • schlechtes Schlafen

  • Heißhunger

  • das Gefühl, ausgelaugt zu sein


Das ist keine Müdigkeit. Das ist ein überlastetes Nervensystem, das keine Pause bekommt.


Warum dein Gehirn überlädt – auch ohne körperliche Arbeit

Viele denken: „Ich sitze ja nur im Büro, warum bin ich so erschöpft?“

Weil dein Gehirn ein Hochleistungsorgan ist.


Es verbraucht:

  • 20–25 % deiner gesamten Energie

  • mehr Kalorien als manche Muskeln

  • nonstop Aufmerksamkeit, Analyse, Stressverarbeitung


Ein stressiger Tag, viele Entscheidungen, Druck, Verantwortung, ständige Reizüberflutung = mentaler Hochleistungssport. Die Folge: Der Körper ist nicht „körperlich müde“ –sondern neurologisch überfordert.


Die 4 Hauptursachen für ein überladenes Nervensystem

1. Dauerstress ohne echte Pausen

Nicht Pause machen – sondern regenerieren. Viele pausieren nur körperlich, aber mental läuft alles weiter.


2. Multitasking und ständige Mikrounterbrechungen

Jede Unterbrechung kostet mentale Energie.10 Unterbrechungen = fühlst dich wie nach einem Marathon.


3. Reizüberflutung (Smartphone, Laptop, Meetings, Lärm)

Dein Gehirn filtert täglich über 70.000 Reize. Das kostet Kraft.


4. Schlaf, der nicht erholt

Sleep quantity ≠ sleep quality. Dein Körper schläft, dein Nervensystem nicht.


Woran du erkennst, dass du nicht müde bist – sondern überladen

  • schwer abschaltbarer Kopf

  • das Herz schlägt „schneller“ als normal

  • du fühlst dich innerlich unruhig

  • du willst dich hinlegen, aber kannst nicht entspannen

  • du schläfst, aber erwachst nicht erholt

  • dich nerven Kleinigkeiten schneller

  • dein Appetit verändert sich

  • du hast weniger Geduld

  • du fühlst dich „voll im Kopf“

Das sind Nervensystem-Symptome, keine Müdigkeitssymptome.


Der Aha-Moment: Müdigkeit = Erschöpfung. Überladung = Übererregung.

Müdigkeit bedeutet: Der Körper braucht Energie.

Überladung bedeutet: Das Nervensystem braucht Regulation.

Das ist ein völlig anderer Ansatz – und die Lösung verändert alles.


Wie du dein Nervensystem regulierst (statt es auszubrennen)

Hier kommen Methoden, die wissenschaftlich belegt und im Alltag sofort umsetzbar sind.


1. Die 60-Sekunden-Regel für sofortige Entlastung

Atme 4 Sekunden ein – 6 Sekunden aus. Für 1 Minute.

Warum es wirkt: Langer Ausatem = Signal an dein Gehirn → Sicherheit → Parasympathikus aktiviert. Sofort spürbar.


2. Box Breathing (für Phasen mit mentalem Druck)

4 Sekunden ein, 4 Sekunden halten, 4 Sekunden aus, 4 Sekunden halten.

Top-Tool für Führungskräfte, weil es Stress reduziert und Fokus erhöht.


3. Mini-„Off“-Momente statt großer Pausen

Alle 90–120 Minuten:

  • 2 Minuten ans Fenster

  • 1 Minute aufstehen

  • kurze Atemübung

  • kurz rausgehen

Dein Gehirn resettet — du bekommst mentale Energie zurück.


4. Die „Nervensystem-freundliche Abendroutine“

1 Stunde vor dem Schlaf:

  • kein helles Blaulicht

  • 10 Minuten Stretching oder Mobility

  • Wärme (Dusche oder Bad)

  • Entspannungsatem

Das hilft, endlich wirklich zu entspannen, statt nur müde ins Bett zu fallen.


5. Kaffee erst nach dem Frühstück

Nüchtern + Kaffee = Cortisol + Blutzuckerpeak → Stress für das Nervensystem.

Nach dem Frühstück wirkt er

✔ stabiler

✔ angenehmer

✔ ohne Crash


6. Bewegung als Entladung

Leichte Bewegung hilft, Adrenalin abzubauen:

  • Spaziergang

  • lockeres Training

  • Mobility

  • Yoga

Nur 10 Minuten reichen, um das Nervensystem zu beruhigen.


Fazit: Du bist nicht kaputt – du bist überladen

Wenn du verstehst, wie dein Nervensystem arbeitet, ändert sich alles:

✔ dein Schlaf

✔ deine Energie

✔ deine mentale Klarheit

✔ deine Produktivität

✔ deine Stressresistenz

✔ deine Stimmung

✔ deine Gesundheit


Du wirst nicht „fitter“, weil du härter trainierst. Du wirst leistungsfähiger, weil du dein Nervensystem regulierst. Das ist der Unterschied zwischen High Performance und Burnout.

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